Frage sucht Antwort

Endecke die Welt der Wissenschaft!

Hallo und Herzlich Willkommen. Das Ziel dieses Blogs ist das Aufbauen einer Gemeinschaft von Menschen, die sich für Wissenschaft begeistern und sich „Fake-News“ und „Alternativen Fakten entgegen stellen. Und ganz nebenbei lernen wir alle hier spannende und neue Dinge. Klingt gut? Dann viel Spaß!

Hier könnt ihr bequem nach Themen suchen, die euch interessieren:

  • Anti-Schwurbel-Coaching – Was ist Esoterik und wann wird sie gefährlich? (Teil 2)

    Willkommen zum zweiten Teil zum Thema Esoterik, in dem wir uns vor allem mit Beispielen der modernen esoterischen Bewegungen befassen wollen. Falls ihr den ersten Teil des Beitrags noch nicht gelesen habt, holt dies doch gerne erstmal nach.

    Kommen wir also jetzt zu ein paar echten „Klassikern“ der esoterischen Strömungen aus genau dieser Zeit. Der Ausgangspunkt für die moderne, westliche Esoterik wird oft mit Henry Steel Olcott und Helena Petrovna Blavatsky in Verbindung gebracht. Sie gründen 1875 die Theosophische Gesellschaft in New York City. Dabei ist zu beachten, dass der Begriff der Theosophie für diese esoterische Lehre von den gleichnamigen, tausenden Jahren alten religiösen Denkansätzen übernommen wurde, diese aber unbedingt getrennt betrachtet werden müssen. Olcott und Blavatsky sehen sich beide in Kontakt mit spirituellen „Meistern“, die sie mit der Gründung der Theosophischen Gesellschaft beauftragten. Besonders Blavatsky, die viel auf Reisen war, hat sich in ihren Schriften bei antiken ägyptischen, indischen und fern-östlichen Religionen bedient. Hier liegt ein weiterer großer Kritikpunkt der Esoterik: Viele der Lehren beinhalten rassistische, koloniale und aneignende Denkmuster und gehen selten respektvoll mit den Kulturen und Religionen um, an denen sie sich bedienen. Besonders in den High Societies von Nordamerika und Europa hatte das Christentum ein ödes Image, sodass die neuen und „exotischen“ Religionen dagegen schick und spannend wirkten. Dieser koloniale, westliche Blick durchzieht die Gesellschaft der Zeit auf allen Ebenen und so auch in der Esoterik. Und genau wie diese Denkmuster bis heute Teil der Gesellschaft sind, bleiben sie ebenso auch in esoterischen Strömungen bis heute erhalten.

    Helena Petrovna Blavatsky (Quelle)

    Eine weitere schillernde Persönlichkeit der Esoterik ist Aleister Crowley, der sich selbst als großen Magier insbesondere der „Sexualmagie“ verstand. Und auch vor 100 Jahren galt schon, ähnlich wie heute: Sex Sells. Er präsentiert sich in auffälliger Kleidung, mit penetrantem Körpergeruch und Eigenarten wie dem Anspitzen seiner Eckzähne, je krasser desto besser. Sein Leben und auch seine Lehren scheinen ein einziger, großer Tabu-Bruch gegen das Prüde viktorianische Zeitalter zu sein und radikales Anderssein der Schlüssel zur Erfüllung. Crowley selbst ist in einer wohlhabenden und streng christlichen Familie aufgewachsen, die gleichzeitig stark an einen bevorstehenden Weltuntergang glaubte. Es ist anzunehmen, dass diese Erziehung entscheidend für die späteren, extremen Entwicklungen und Ansichten von Aleister Crowley sind. Auf ihn gehen außerdem einige Schreibweisen wie „Magick“ statt Magic zurück. Ironischerweise dienten sie ihm damals zur Abgrenzung, während sie sich heute in der Szene der Menschen die laut eigenen Angaben Magie praktizieren quasi einheitlich durchgesetzt hat.

    Aleister Crowley (Quelle)

    In eine ganz andere Richtung hingegen steuerte Rudolph Steiner. Seine Karriere in der Esoterik begann zunächst im deutschen Ableger der Theosophischen Gesellschaft, mit der er jedoch brach und seine eigene Bewegung gründete: Die Anthroposophie. Er orientiert sich wesentlich stärker an christlichen und konservativen Werten und den philosophischen Ausführungen von großen deutschen Denkern wie Goethe oder Nietzsche. An seinen Lehren orientieren sich noch heute Konzepte wie die Waldorfschule oder das Lebensmittel Siegel demeter. Doch besonders Steiner und seine Lehren sind heute extrem kritisch zu betrachten: Sie enthalten sehr menschenfeindliche, rassistische und antisemitische Ansichten. Es ist hier ein guter Punkt zu erwähnen, dass besonders in Deutschland aber auch weltweit esoterische Bewegungen immer wieder Überschneidungen ins rechte und rechtsextreme Gedankengut haben. Es ist kein Zufall, dass auf den Demos im Zuge der Corona Pandemie neben den scheinbar naturverliebten und netten Esoterikern auch Männer mit Springerstiefeln und Reichsflaggen marschierten. Und auch Bewegungen wie die „Germanische Neue Medizin“ verbinden Esoterik mit Rechtsextremismus. Fehlende Abgrenzung trägt aktiv zur Normalisierung von rechtem Gedankengut innerhalb esoterischer Gruppen bei und sollte deshalb konsequent kritisiert werden.

    Die letzte Person der wir uns heute widmen ist Carl Gustav Jung, den wir vor allem als Schüler Freuds und einen der Begründer der analytischen Psychologie. Was viele Menschen nicht wissen ist, dass Jung eine der populärsten Figuren der Esoterik im 20. Jahrhundert ist. Er entwickelte zum Beispiel die psychologischen Typen, die versuchen Menschen in introvertiert, extravertiert und zusätzlich nach Denken, Fühlen, Intuition und Empfinden zu kategorisieren. Auf diesem Konzept basiert lose der Myers-Briggs Persönlichkeitstest. Und jetzt müsst ihr ganz stark sein: Die Entwickler dieses Tests hatten keinerlei psychologischen oder wissenschaftlichen Hintergrund und selbst Jung lehnte ihre Arbeit ab. Im Grunde ist der MBTI Test nicht viel mehr akkurat, als ein Blick in euer aktuelles Horoskop.

    Carl Gustav Jung (Quelle)

    Das führt uns zum letzten und vielleicht populärsten Zweig der Esoterik: Die Astrologie. Sie basiert auf Jahrtausenden alten Lehren und Denkansätzen. Besonders in Verbindung mit Tarot und hellseherischer Magie erfreut sie sich bis heuter großer Beliebtheit. Dieses Thema ist so groß und breit gefächert, dass es durchaus sinnvoll wäre, einen eigenen Beitrag dazu zu schreiben.

    Hier wollen wir unseren Ausflug zum Thema Esoterik vorerst beenden. Habt ihr Fragen, Anmerkungen oder Feedback? Lasst es mich gerne wissen! Außerdem freue ich mich über ein Abo für den Blog oder wenn ihr den Beitrag mit euren Freunden teilt.

    Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

  • Anti-Schwurbel-Coaching – Was ist Esoterik und wann wird sie gefährlich? (Teil 1)

    Heute möchte wir uns einem sehr großen, komplexen Thema nähern, welches zusätzlich noch extrem emotional aufgeladen ist. Wie die Überschrift bereits verrät, möchte wir uns heute mit Esoterik beschäftigen.

    Direkt zu Beginn muss ich euch direkt eine milde Enttäuschung zumuten: Es gibt tatsächlich keine einheitliche und eindeutige Definition dafür, was „Esoterik“ ist (oder eben nicht). Und genau das macht auch die Kritik daran sehr schwierig. Wir müssen uns also mit vielen Graustufen und ineinander verschwimmenden Themenbereichen zu Mystik, Okkultismus, Spiritualität und Vielem mehr abfinden. Es ist aber durchaus sinnvoll trotzdem zu versuchen, immer wiederkehre Elemente und Aspekte der esoterische Lehren zu finden und zu beleuchten. Dazu möchte ich euch im Folgenden einige allgemeine Aspekte aber auch konkrete Beispiele vorstellen und kritisch beleuchten. Wie so oft ist mir während des Schreibens gedämmert, wie lang dieser Beitrag wird und ich habe beschlossen ihn in zwei Teilen zu veröffentlichen. Ihr findet den Link zum zweiten Teil also einfach am Ende dieses Texts.

    Versuchen wir uns erstmal rein über das Wort „Esoterik“ zu nähern. Der Begriff kommt aus dem alt-griechischen und lässt sich ungefähr mit „von innen her“ übersetzen. In diesem Kontext beschreibt eine esoterische Lehre also eine „innere“ bzw eine verborgene Lehre, die nicht für alle Menschen einfach so zugänglich ist. Und tatsächlich ist auch heute ein zentraler Gedanke in vielen esoterischen Strömungen, dass man ein vermeintlich geheimes Wissen vermittle, dass der breiten Masse unbekannt sei. Genaue Beispiele gibt es später aber ich denke, dass ihr beim Lesen vielleicht auch direkt Kritikpunkte findet: „Ich weiß was, das sonst keiner weiß“ ist ein absoluter Nährboden für Verschwörungserzählungen. Wir alle haben eine gewisse Anfälligkeit für solche Erzählungen, finden sie spannend und ziehen aus einem vermeintlich geheimen Wissen ein Gefühl von Besonderheit. Einige esoterische Lehren nutzen genau das aus und erschaffen ein „wir gegen die“, also eine In-Group, zu der auch vermeintlich nur ausgewählte Menschen Zugang haben. Ein Beispiel hierfür ist eine esoterische Gemeinschaft die glaubt, vom Stern Sirius zu stammen und sich dadurch besondere Fähigkeiten und Eigenschaften zuschreiben. Im Netz finden sich viele Selbsttests, durch die man angeblich herausfinden kann, ob man selbst ebenso ein Sirianer ist. Haltbar ist das natürlich nicht, doch einige Menschen sind teilweise bereit ihr gesamtes Leben der Hoffnung zu widmen in ihre „Heimat“ zurückzukehren.

    Meines Erachtens interessanter als seine angeblichen Bewohner:innen: Der Doppelstern Sirius (Quelle)

    Diese Lehre erklärt den Zugang zu dem „Geheimwissen“ also durch die Auserwältheit ihrer Mitglieder. Doch es gibt auch die Erzählung der mysteriösen, ebenso geheimen Macht die in böser Absicht versucht das Wissen geheim zu halten. Auch das hat einen großen Überschnitt zu Verschwörungstheorien: Ihre Anhänger verstehen sich als Teil eines Widerstands im Kampf gegen große Mächte, die unentwegt versuchen das vermeintlich geheime Wissen zu verbreiten. Ein Beispiel hierfür ist die Germanische Neue Medizin, welche rechtsextreme und antisemitische Erzählungen verwendet, um wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu untergraben. Die „Schulmedizin“ würde uns in Wahrheit mit Absicht krank machen und halte die wahren Heilungsmethoden bewusst zurück. Besonders diese Art der esoterischen Lehre ist absolut gefährlich und im schlimmsten Falle sogar tödlich, denn besonders verzweifelte Menschen mit scheinbar ausweglosen Diagnosen, sehen hier oft eine letzte Chance und begeben sich in die Hände von Menschen die teils keinerlei medizinische Kenntnisse besitzen.

    Ein Element, welches viele esoterische Lehren also verbindet, ist die begrenzte Zugänglichkeit. Die Esoterik bildet somit dem Wortlaut nach das Gegenstück zur Exoterik, also dem äußeren, für alle zugänglichen Wissen. Alle Disziplinen die wir heute als „Wissenschaft“ bezeichnen, arbeiten exoterisch. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ein möglichst leichter Zugang sind Grundpfeiler des guten wissenschaftlichen Arbeitens. Wir müssen aber auch beachten: Wissenschaft ist komplex und oft schwer verständlich ohne ein Vorwissen und Bildung. Deshalb sind gute Bildung und vor allem gute Wissenschaftskommunikation so wichtig. Auch das ist ein Grund dafür, warum es diesen Blog gibt. Ich möchte aufklären und euch einerseits spannende Inhalte, aber auch Fähigkeiten vermitteln die euch den Zugang zur Wissenschaft erleichtern. Nur so können wir sicherstellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht irgendwann selbst zum „Geheimwissen“ werden, welches nur wenige Akademiker in verstaubten Elfenbeintürmen verstehen.

    Von der Antike bis 19. Jahrhundert finden sich weltweit viele Strömungen, die den Ansatz der geheimen, verborgenen oder inneren Lehre auf die ein oder andere Art erfüllen. Doch bis dahin gab es den Begriff der Esoterik nicht als Selbstbezeichnung, sodass diese Strömungen nur rückblickend der Esoterik zugeordnet werden können. Dass diese keineswegs eindeutig sind, kann man am Beispiel des Neuen Testaments und des frühen Christentums sehen. Jesus schart mit seinen Jüngern eine Gruppe um sich, der er besonderes Wissen vermittelt und die durch göttliche Fügung und „Erweckungserlebnisse“ den religiösen Weg begründen, den wir heute als das Christentum kennen. Im Lauf der Jahrhunderte allerdings wird durch die teils gewaltsame Missionierung aus einer Gruppe die selbst zu Beginn Verfolgung erlebte, eine Weltreligion. So ist besonders die katholische Kirche heute selbst für einige esoterische Lehren die „Große Macht“ die den Menschen vermeintliche Wahrheiten vorenthält und sich selbst sehr entschieden gegen die allermeisten esoterischen Lehren und deren Praktiken stellt. Auch über den Lauf des Mittelalters waren esoterische Praktiken weit verbreitet und sind vor allem aus dem europäischen und islamischen Raum erhalten geblieben. Es wäre wirklich spannend hier ins Detail zu gehen, doch ich fürchte es würde den Rahmen sprengen. Wenn ihr selbst auf die Suche gehen wollt bieten die Stichtpunkte Mystik, Magie und Alchemie gute Einstiegsmöglichkeiten.

    Mit der frühen Neuzeit blühen auch die Wissenschaften auf und mischen sich mit den esoterischen Denkansätzen. Daraus entehen viele Strömungen die wir auch heute noch als Pseudo-Wissenschaften kennen. So haben zum Beispiel die astronomischen Erkenntnisse von Kepler, Galilei und Kopernikus auch die Astrologie die wir heute kennen maßgeblich geprägt. Zu Zeiten der Aufklärung sehen wir eine spannende Mischung der esoterischen und exoterischen Denkansätze: Wir haben große Denker der Aufklärung wie Kant aber auch Geheimorden und Bruderschaften wie Rosenkreuzer oder Freimaurer, welche sich alle in unterschiedlichen Abstufungen den Naturwissenschaften aber auch den esoterischen Lehren widmen. Rationalität und Aufklärung existieren hier zeitgleich mit der Exklusivität und dem Mythos des Geheimen. Auch das ist bei der Betrachtung der esoterischen Lehren bis heute wichtig: Alles was wir hier betrachten sind Graustufen und so gut wie nie schwarz/weiß. Es gibt eine Koexistenz bzw eine Art Spektrum zwischen esoterischen und exoterischen Aspekten, auf denen wir uns meist bewegen, wenn wir uns mit dem Thema beschäftigen.

    Kommen wir jetzt zu der Zeit, ab der sich Strömungen und Lehren selbst die Bezeichnung Esoterik gegeben haben: Das beginnt maßgeblich ab dem 19. Jahrhundert. Wir beobachten hier auf der einen Seite zahlreiche neue Erkenntnisse in den Naturwissenschaften, zB revolutionäre Neuerungen auf den Gebieten der Chemie und der Physik durch die Entdeckung und Kontrolle von Elektrizität und Magnetismus. Zeitgleich entwickelt sich eine Faszination für alles Übersinnliche und es entwickeln sich Strömungen wie der Spiritismus und der Okkultismus, die als Gegenbewegung des wissenschaftlich, rationalen Materialismus dienen. Es findet eine zunehmende Trennung der weltlichen und der spirituellen Ansichten statt. Wer sich nun also weder ganz in den naturwissenschaftlichen, rationalen und weltlichen Erklärungen, noch in den alt-bekannten, (christlich) religiösen Lehren wiederfindet, scheint sich in einer Schwebe dazwischen zu befinden. Viele esoterischen Lehren der Zeit besetzen nun genau diese Lücke und bieten allumfassende Erklärungen, die den scheinbaren Widerspruch zwischen dem Weltlichen und dem Spirituellen lösen wollen.

    Hier endet der erste Teil des Beitrags, den zweiten Teil findet ihr hier.
    Ich bedanke mich für euer Interesse und freue mich über Fragen, Anmerkungen oder Feedback. Besonders würde ich mich darüber freuen, wenn ihr den Blog abonniert oder teilt, denn das ist die größte Unterstützung, die ihr diesem Projekt damit geben könnt. Ein Abo kostet euch selbstverständlich Nichts und ihr benötigt keinen Account, sondern nur eine Mail-Adresse. Wenn ihr außerdem bis Ende des Monats abonniert, kommt damit automatisch in den Lostopf ein Buch aus meiner Sammlung zu gewinnen, weitere Infos dazu gibt es hier.

  • Mykologie – Physikerin im Pilzfieber (Teil 3)

    Willkommen in 2026, ich wünsche euch ein wunderbares Neues Jahr!

    Ich bin leider etwas holprig durch den Jahreswechsel gerutscht und musste aus diversen Gründen meine Winterpause ein wenig verlängern, ich hoffe ihr seht es mir nach. Neben Krankheit, Familienfeiern, der Masterarbeit und dem Alltag kam der Blog in den letzten Woche leider deutlich zu kurz.
    Gerade heute, am Sonntag, sind bei mir privat noch einige sehr traurige Dinge passiert, durch die ich überlegt habe, eine weitere Woche mit dem Beitrag zu warten. Doch ich habe gemerkt, dass mich das Schreiben zumindest ein wenig von der Trauer ablenkt. Deshalb teile ich ihn doch zu so später Stunde mit euch.

    Ich möchte heute wieder ein wenig in die Welt der Pilze mitnehmen und zeigen, was ich in der letzten Zeit in meinem Biologiekurs lernen durfte.
    Der Schwerpunkt liegt heute liegt bei den Agaricales (den Freiblättlern und Tintlingsartigen) sowie einigen „ursprünglichen“ Pilzfamilien, die in der Taxonomie weiter unten stehen und eine wesentlich breitere Vielfalt in ihrer Sporenverbreitung zeigen. Wenn ihr meine Arbeit gut findet und mich dabei unterstützen wollt, schaut gerne bei meinem Ko-fi Account vorbei, Vielen Lieben Dank!

    Fangen wir mal direkt bei den Ersten an: Die Agaricales die ich euch jetzt präsentiere, habe ich so im Uni Kurs kennengelernt. Aber: Bereits im Kurs wurde schnell klar, dass die Einteilungen sich besonders in den letzten Jahrzehnten durch DNA Analyse sehr stark geändert haben. Auf Wikipedia werdet ihr also vielleicht anderen Einteilungen und auch anderen lateinischen Namen begegnen, also in älteren Lehrbüchern. Wieso lohnt sich als Pilz-interessierte Person also der Blick auf die älteren Einteilungen? Diese sind hauptsächlich morphologisch, richten sich also nach dem äußerem und innerem Aufbau der Pilze und werden nach diesen sinnvoll gruppiert. Das Aufkommen der DNA Analyse hat dann aber oft gezeigt: Die Verbindungen sind vielleicht ganz anders! Und rein von den äußerlichen Merkmalen sind sie vielleicht noch weniger erkennbar als es bei den vergleichbar komplizierten Pilzen eh schon ist. Wenn ich also im Wald stehe sind die veralteten Bestimmungsschlüssel durchaus immernoch hilfreich.

    Zurück zu den Freiblättlern, den Agaricales. Drei sehr wichtige miteinander verwandte Gruppen sind die Agaricaceae, die Champignon-artigen, die Amanitaceae, die Wulstlingsartigen und die Coprinaceae, die Tintlinge. Die allermeisten Exemplare sehen genauso aus, wie man sich einen Pilz vorstellt: Mit Stiel, Hut und Lamellen. Die Tintlinge haben, genau wie der Name es vermuten lässt, ein schwarzes, dunkles Sporenpulver, das je nach Familie sogar richtig zerfließt.
    Die Champignon-artigen brauchen wenig weitere Erklärung, schließlich ist das DER Speisepilz schlechthin. Viele Pilze, so auch die Champignon-artigen weisen sich durch ihr velum partiale aus, eine Haut die zunächst die Lamellen bedeckt und sich mit der Zeit öffnet. Sie hinterlassen einen Ring der sich manchmal verschieben lässt, was Teil des Bestimmungsschlüssel der Arten ist.

    Velum partiale (blau) bs velum universale (rot). Unterschiede in der Ausprägung sind bei der Artbestimmung meist entscheidend! (Quelle)

    Zu den Wulstlingsartigen gehören auch sehr viele bekannte Pilze, besonders Giftpilze wie der Fliegenpilz oder der Grüne Knollenblätterpilz. Diese haben neben dem velum partiale auch ein sehr prominentes velum universale, eine Haut die ganz am Anfang den gesamte Pilz bedeckt bevor er aus ihr hervor bricht. Die Überreste dieser Haut sind die kleinen weißen Punkte, die man auf den Kappen der meisten dieser Pilze findet. Manchmal bleiben die Überreste auch wie eine Art Eierschale über, aus der der Pilz herauswächst. So lassen sich die giftigen Pilze oft gut identifizieren, aber besonders wenn man Pilze mit einem Messer vom „Ei“ trennt, kann man sie leider extrem leicht mit zB bestimmten Champignons verwechseln. Fatal ist, dass der Grüne Knollenblätterpilz zu den gefährlichsten Giftpilzen zählt, die hier wachsen! Pilze sammeln ohne wirklich gute Kenntnis kann also tödlich enden, bitte bedenkt das immer, wenn ihr auf eigene Faust loszieht. Weniger als ein Pilz enthält eine tödliche Menge an Gift.

    Besonders wenn die grüne Färbung wenig ausgeprägt ist und die Hülle unten im Boden bleibt ist der Grüne Knollenblätterpilz leicht mit anderen Pilzen zu verwechseln. (Quelle)

    In der Woche darauf gab es noch „ursprünglichere“ Pilze, deren Basidien und Sporen, aus denen später neue Pilze keimen oft vielfältiger und anders gebaut sind. Falls euch diese Begriffe nichts sagen, schaut gerne nochmal in Teil 1 und 2 dieser Reihe vorbei. Neben den „klassischen“ Basidien und Sporen die ich euch dort gezeigt habe, haben wir uns im letzten andere Basidienformen angeschaut. Ich gebe euch einen kleinen Überblick: weit unten im Entwicklungsbaum finden wir Brand- und Rostpilze, sowie die Zitterlingsverwandte (Tremellales) die Pflanzen, Tiere, Menschen und manchmal sogar andere Pilze parasitär bewohnen. Die Tränenpilzverwandten (Dacrymycetales) sind euch als Holzsetzer mit ihrer grell-gelben Farbe an Bäumen vielleicht schonmal aufgefallen.

    Google Bildersuche für den Begriff „Tränenpilze“

    Die Basidien der Calocera Viscosa sehen aus wie eine Stimmgabel und ihr seht hier eine mikroskopische Aufnahme, die ich diese Woche angefertigt habe:

    Basidien von Calocera viscosa

    Die letzten beiden Ordnungen könnten euch wiederum schon auf dem Teller begegnet sein: Die sogenannten Judasohren werden vor allem in der Ostasiatischen Küche verwendet und sind auch als Mu-Err oder Black Fungus bekannt. Die Leistlinge sind euch als Pfifferlings-Verwandte bekannt und auch meist sehr gute Speisepilze.

    Die letzten beiden Kurstage haben mir persönlich sehr viel Spaß bereitet, weil es vor Allem um Pilze ging, die sehr bekannt sind und uns im Alltag oft begegnen und gleichzeitig unter dem Mikroskop auch mal ein wenig anders aussehen, als die Exemplare der Wochen davor.

    Welche Pilze findet ihr besonders spannend? Lasst es mich gerne wissen. Wie immer freue ich mich außerdem über ein Abo oder wenn ihr den Beitrag teilt! Denkt außerdem daran, dass ich Ende Januar unter allen Abonnent:innen ein Buch aus meiner Sammlung verlose. Alle Infos dazu findet ihr im letzten Beitrag.
    Für Themenvorschläge, Anmerkungen oder Fragen stehen euch Mail, WordPress, Instagram oder Threads zur Verfügung. Ich freue mich von euch zu hören!

  • Ein kleines Dankeschön an euch

    Ich melde mich heute aus meiner kleinen Winterpause, denn ich habe mir eine Aktion überlegt!

    Als Dankeschön für euer Interesse möchte unter allen Abonnent:innen des Blogs ein Buch verlosen. Der/Die Gewinner:in darf sich eines dieser zwei Bücher aussuchen: „Warum unsere Haut sehen kann“ von Brian Clegg und „Mit Einstein im Fahrstuhl“ von Jürgen Teichmann und Thilo Krapp

    Beide Exemplare sind aus meinem privaten Fundus und haben daher leichte Gebrauchsspuren.

    Wie könnt ihr teilnehmen? Ganz Einfach! Wenn ihr den Blog bereits abonniert habt, müsst ihr nichts weiter tun und landet automatisch im Lostopf. Wenn ihr noch nicht abonniert habt, könnt ihr das ganz einfach tun, indem ihr auf der Startseite eure Mail in das betreffende Feld schreibt. Ihr braucht dafür keinen Account und das Ganze kostet euch selbstverständlich keinen Cent!

    Den/Die Gewinner:in lose ich dann am 31. Januar unter allen Abonnent:innen aus und schreibe der Person eine Mail. Vielen Dank für euer Interesse, ich wünsche Viel Glück und außerdem einen Guten Rutsch ins Neue Jahr ✨

  • Science 101: Physics of Fields + Gauss’s and Stokes’ Theorems

    This article is a translation of the German original

    The topic of today’s post was suggested to me on Threads by the user “lepe2018”, thank you for that! We’ll start by taking a closer look at the descriptions and definitions of physical fields. This will involve a little bit of mathematics and an example application. After that, we’ll look at Gauss’s and Stokes’ theorems. These are a little more advanced, and if you haven’t had any prior experience to the topic before reading this article, you might not immediately be able to follow everything. That’s completely fine, and as always I’ll try to explain the topics as intuitively as possible, but don’t worry if you don’t understand everything right away! The first part of the post is accessible without prior knowledge, only after that things get a bit more complicated.

    That’s enough for the preface, let’s begin with the actual article. Physical fields are a very broad topic and appear across all areas of physics. In general, the goal is to describe a certain physical quantity in its surroundings. This could be, for example, the temperature in a room or the Earth’s gravitational field. The field and its surroundings influence each other. If I turn up the heater in a room, the temperature changes, and if I let go of an object, it falls to the ground due to gravity.

    Fields can be divided into scalar and vector fields. A scalar field assigns a single quantity in the form of a number (a scalar value) to every point in space. An example would be a room with a temperature distribution: right next to the heater it’s a bit warmer, near the window perhaps cooler. We could measure every point and assign a number in degrees Celsius. That would be our temperature field. Similar examples include air pressure, the density of a material, or electric and gravitational potentials.
    A vector field assigns a vector to every point in space. You can visualize this as an arrow. The length of the arrow indicates the strength of the field at that point, and just like an arrow, a vector always has a specific direction. An object that I let go always falls in the direction of the field, i.e. downward. Two electric charges always repel each other, and an ocean current also has varying strength and flows in a specific direction.
    Fields and their properties can be described mathematically and physically using the nabla operator. Depending on how it is applied, different properties are considered.

    If I apply the nabla operator to a scalar field, I calculate how the field changes in the three spatial directions. This is called the gradient and is a vector quantity. That sounds complicated at first, so let’s look at an example: Imagine a person standing outside in winter. We use a thermal camera to take a picture and see the temperature of the person and their surroundings displayed in color. Since it’s just a photograph, we have a two-dimensional scalar field here. The gradient indicates how the temperature changes in all directions. This is called heat flow. Heat flows from warm to cold, and the person gets cold. The heat flow is especially large where there is a strong temperature change, exactly at the boundary between the person and the surroundings. The colder it is outside, the greater the heat flow and the more the person freezes. The nabla operator thus turns a number into a vector.

    But it also works the other way around: If I apply the nabla operator to a vector field, I obtain a scalar value called the divergence. This number describes the sources and sinks of the field and consists of the sum of the derivatives. So if we look at the heat flow field and then examine its change, we can see where a heat source is located. In this case, the person is the source of the heat flow, and the cold surroundings are a sink.

    Another important property of a vector field is its curl. This is obtained when the nabla operator is applied to the vector field as a cross product. The curl indicates vortices in the field, for example very intuitively when looking at wind or ocean currents, and it is also a vector quantity. It is also important to consider how these three quantities (curl, divergence, and gradient) relate to each other. The curl of a field is always free of sources and sinks, meaning its divergence is zero. Likewise, the curl of a gradient is also zero. This can be understood both mathematically and physically through conservation of energy.

    Here you can see once again the three definitions I’ve just introduced. The lowercase f denotes a scalar field, the uppercase F a vector field.

    Source

    Now we add a few examples, without specifying a particular physical quantity. The scalar field is color-coded. The gradient would point along the color transitions. In the vector fields, we can see clear differences: Field (a) is homogeneous, all arrows point in the same direction and are the same length. Field (b) has a sink in the center towards which all arrows point, and it becomes stronger the closer we get to the center. Field (c) has sources and sinks outside the image area, while field (d) has no sources or sinks at all, but is a pure rotational field.

    Scalar Field (Source)
    Various Vector Fields (Source)

    Now let’s take a look at more complicated cases. In electrostatics and magnetostatics, for example, we deal with various fields, both scalar and vector. Gauss’s and Stokes’ theorems allow us to switch between volume, surface, and curve integrals using divergence and curl. We do this to simplify our calculations, depending on what information we are given.

    We begin with Gauss’s theorem and imagine the following situation: We have a positive charge, which is the source of an electric field. But how much charge do we have? We place an invisible box around the charge, calculate the divergence of the existing field at every point inside the box, and add it all up. Mathematically, this corresponds to a volume integral. Gauss’s theorem now states the following:

    Source

    Instead of adding up the divergence throughout the entire volume, it is sufficient to look at how the electric field behaves on the outer surfaces of the box. We can consider all field contributions that leave the box – these correspond to sources inside the box – as well as all contributions that flow into the box, i.e. sinks inside the box. This corresponds to a surface integral over a closed surface. Both integrals, the volume integral over the divergence and the surface integral over the field itself, give the same result. So it doesn’t matter which path you take. However, for a certain problem, one approach is usually easier.

    Stokes’ theorem works in a very similar way. Imagine a straight wire carrying an electric current. This generates a magnetic field that circulates around the wire. It has no sources or sinks, it is a pure rotational field. But how strong is it? Since it is perpendicular around the wire, it is sufficient to consider a surface instead of a volume. So we place a two-dimensional rectangle around the field and add up all contributions of the curl. This is a surface integral. Stokes’ theorem now states:

    Source

    So instead of integrating over the entire surface, we only need to integrate the field itself along the closed boundary of the rectangle. This is a line integral over a closed curve. All “interior” contributions cancel out, just as in Gauss’s theorem. This is visualized again in the following image: opposing arrows cancel each other out, and only those on the outer boundary remain.

    Source

    Here too, both approaches lead to the goal, but one is often simpler.

    Gauss’s theorem and Stokes’ theorem are therefore fundamentally very similar. Mathematically, they simplify the respective expressions by one “dimension”: once from volume to surface, and once from surface to curve. The contributions from interior surfaces of the volume and interior curves of the surface cancel each other out. That is te most important aspect of these theorems. Doing the integration is then a matter of practice.

    Thank you for reading this far, and I wish you lots of success in studying, especially if these topics are relevant to you! ✨🫶
    As always, I’m happy to receive your feedback, subscriptions, and for you to share the  posts with friends. I wish you a Merry Christmas, Happy Holidays and Happy New Year!

  • Science 101: Physik der Felder + Satz von Gauß und Stokes

    An English translation of this article is available here.

    Das Thema des heutigen Beitrags wurde mir auf Threads vom User ‚lepe2018‘ vorgeschlagen, vielen Dank dafür! Wir steigen damit ein, uns die Beschreibungen und Definitionen physikalischer Felder genauer anzusehen. Dazu gibt es ein kleines bisschen Mathematik und ein Anwendungsbeispiel. Danach schauen wir uns die Sätze von Gauß und Stokes an. Diese sind etwas fortgeschrittener und wenn ihr vor diesem Artikel noch keine Berührungspunkte mit dem Thema hattet, steigt ihr eventuell nicht direkt durch. Das ist total in Ordnung und ich versuche wie immer die Themen möglichst anschaulich zu erklären, aber macht euch nichts draus, falls ihr es nicht versteht! Der erste Teil des Beitrags ist ohne Vorwissen zugänglich, erst danach wird es etwas komplizierter.

    So viel zur Vorrede, jetzt beginnen wir mit dem eigentlichen Beitrag. Physikalische Felder sind ein Vielfältiges Thema und ziehen sich durch alle Fachrichtungen der Physik. Grundsätzlich ist das Ziel, eine bestimmte physikalische Größe in ihrer Umgebung zu beschreiben. Das kann zB die Temperatur in einem Raum oder das Gravitationsfeld der Erde sein. Das Feld und seine Umgebung beeinflussen sich gegenseitig. Wenn ich die Heizung im Raum andrehe, verändert sich die Temperatur und wenn ich einen Gegenstand loslasse, fällt er durch die Gravitation zu Boden.

    Felder lassen sich in skalar und vektoriell unterteilen. Ein Skalarfeld ordnet jedem Raumpunkt eine einzelne Größe in Form einer Zahl zu (das nennt man einen skalaren Wert). Das Beispiel dazu wäre hier der Raum mit der Temperatur: Direkt bei der Heizung ist es etwas wärmer, am Fenster vielleicht kühler. Wir könnten jeden Punkt abmessen und eine Zahl in Grad Celsius zuordnen. Das wäre unser Temperatur Feld. Ähnlich wäre es zB mit Luftdruck, der Dichte eines Materials oder elektrischen bzw Gravitations-Potentialen. Ein Vektorfeld ordnet jedem Raumpunkt einen Vektor zu. Das kann man sich anschaulich als einen Pfeil vorstellen. Die Länge des Pfeils gibt die Stärke des Feldes in diesem Punkt an. Außerdem hat ein Vektor, genau wie ein Pfeil immer eine bestimmte Richtung. Der Gegenstand den ich loslasse, fällt immer in Richtung des Feldes, also nach unten. Zwei elektrische Ladungen stoßen sich immer ab und auch eine Meeresströmung ist unterschiedlich stark und fließt in eine bestimmte Richtung.
    Man kann Felder und ihre Eigenschaften mathematisch und physikalisch über den Nabla Operator beschreiben. Je nachdem wie man ihn anwendet, betrachtet man andere Eigenschaften.

    Wende ich den Nabla Operator auf ein Skalarfeld an, berechne ich die Änderung des Feldes in die drei Raumrichtungen. Das ist der sogenannte Gradient und eine vektorielle Größe. Klingt erstmal kompliziert, wir schauen uns also mal ein Beispiel an: Stellt euch vor, ein Mensch steht im Winter draußen. Wir benutzen eine Wärmekamera um ein Bild zu schießen und sehen darauf die Temperatur des Menschen und seiner Umgebung farblich dargestellt. Weil es nur ein Foto ist, haben wir hier ein zweidimensionales Skalarfeld. Der Gradient gibt an, wie sich die Temperatur in alle Richtungen ändert. Das nennt man auch Wärmefluss. Die Wärme fließt von warm nach kalt und der Mensch friert. Außerdem ist der Wärmefluss dort besonders groß, wo eine große Änderung der Temperatur ist. Also genau an der Grenzfläche von Mensch zur Umgebung. Der Wärmefluss ist umso größer, je kälter er draußen ist und umso mehr friert auch der Mensch. Der Nabla-Operator macht also aus einer Zahl einen Vektor

    Es geht aber auch genau anders herum: Wenn ich den Nabla-Operator auf ein Vektorfeld anwende, bekomme ich eine Skalarzahl heraus, die Divergenz. Diese Zahl beschreibt die Quellen und Senken des Feldes und besteht aus der Summe der Ableitungen. Wenn wir also den Wärmefluss des Feldes haben und wiederum dessen Änderung anschauen, sehen wir an welchen Stellen eine Wärmequelle sitzt. In diesem Fall ist der Mensch die Quelle des Wärmeflusses, die kalte Umgebung eine Senke.

    Eine weitere wichtige Eigenschaft eines Vektorfeldes ist die Rotation. Diese erhält man, wenn man den Nabla Operator als Kreuzprodukt auf das Vektorfeld anwendet. Die Rotation gibt Verwirbelungen im Feld an, zB sehr anschaulich wenn man sich Wind oder Meeresströmungen ansieht und ist ebenso eine vektorielle Größe. Wichtig ist auch, sich zu überlegen wie sich diese drei Größen (Rotation, Divergenz und Gradient) untereinander verhalten. Die Rotation des Feldes ist immer frei von Quellen und Senken, die Divergenz also null. Genauso ist die Rotation des Gradienten auch null. Dies lässt sich sowohl mathematisch als auch physikalisch über die Energieerhaltung überlegen.

    Hier seht ihr nochmal abschließend die drei Definitionen, die ich euch gerade vorgestellt habe. Das kleine f bezeichnet ein Skalarfeld, das große F ein Vektorfeld:

    Quelle

    Dazu kommen jetzt einige Beispiele, allerdings ohne eine bestimme Größe. Das Skalarfeld ist farblich codiert. Der Gradient zeigt entlang der Farbverläufe. Bei den Vektorfeldern sehen wir direkt Unterschiede: Feld (a) ist homogen, alle Pfeile zeigen in die gleiche Richtung und sind gleich lang. Feld (b) hat eine Senke in der Mitte, auf die alle Pfeile zeigen und ist stärker, je näher wir an die Mitte kommen. Feld (c) hat Quellen und Senken außerhalb des Bildausschnitts, während Feld (d) keinerlei Quellen und Senken aufweist, sondern ein reines Rotationsfeld ist.

    Skalarfeld (Quelle)
    Verschiedene Vektorfelder (Quelle)

    Jetzt schauen wir nochmal etwas weiter auf kompliziertere Fälle. In der Elektrostatik sowie der Magnetstatik zB beschäftigen wir uns mit verschiedenen Feldern, sowohl skalar, als auch vektoriell. Die Sätze von Gauß und Stokes geben uns die Möglichkeit mittels Divergenz und Rotation zwischen Volumen-, Flächen-, und Kurven-Integration zu wechseln. Das machen wir, um unsere Rechnungen zu vereinfachen, je nachdem was wir gegeben haben.

    Wir beginnen mit dem Satz von Gauß und stellen uns folgende Situation vor: Wir haben eine positive Ladung. Diese ist die Quelle eines elektrischen Feldes. Doch wie viel Ladung haben wir? Wir legen einen unsichtbaren Kasten um die Ladung, berechnen an jedem Punkt im Kasten die Divergenz des vorhandenen Feldes und addieren sie auf. Das entspricht rechnerisch einem Volumenintegral. Der Gauß’sche Satz besagt nun Folgendes:

    Quelle

    Statt also die Divergenz im ganzen Volumen zu addieren, reicht es sich anzusehen, wie sich das elektrische Feld an den Außenseiten des Kastens verhält. Wir können alle Feldbeiträge ansehen, die den Kasten verlassen, diese entsprechen den Quellen innerhalb des Kastens. Dazu kommen alle Beiträge die in den Kasten strömen, also Senken innerhalb des Kastens. Das entspricht einem Flächenintegral über einen geschlossene Fläche. Beide Integrale, also ein Volumenintegral über die Divergenz, sowie das Flächenintegral über das Feld selbst geben das gleiche Ergebnis. Welchen Weg man geht, ist also egal. Wenn man ein konkretes Problem vor sich hat, ist aber meist ein Weg leichter.

    Ganz ähnlich funktioniert der Satz von Stokes. Wir stellen uns einen geraden Leiter vor, durch den Strom fließt. Dieser erzeugt ein Magnetfeld, welches kreisförmig um den Leiter fließt. Es hat keine Quellen und Senken, sondern es handelt sich im ein reinen Rotationsfeld. Doch wie stark ist es? Weil es senkrecht um den Leiter steht, reicht es sich eine Fläche statt eines Volumen anzusehen. Wie legen also ein zweidimensionales Rechteck um das Feld und addieren alle Beiträge der Rotation auf. Das ist ein Flächenintegral. Der Satz von Stokes sagt nun aus:

    Quelle

    Wir können also statt über die ganze Fläche zu integrieren nur das Feld selbst über den geschlossenen Rand des Rechtecks integrieren. Das ist ein Kurvenintegral über eine geschlossene Kurve. Alle „innenliegenden“ Beiträge verschwinden, genau wie beim Satz von Gauß. Das ist im folgenden Bild nochmal visualisiert. Die gegenläufigen Pfeile heben sich auf und nur die auf dem Außenrand bleiben über.

    Quelle

    Auch hier gilt: Beide Wege führen ans Ziel, oft ist aber auch hier ein Weg einfacher.
    Der Satz von Gauß und der von Stokes sind sich also im Grunde sehr ähnlich. Mathematisch vereinfachen sie die jeweiligen Ausdrücke um eine „Ebene“, einmal von Volumen auf Fläche und von Fläche auf Kurve. Die jeweiligen Beiträge Innenflächen des Volumen sowie die Innenkurven der Fläche heben sich gegenseitig auf. Das ist die wichtigste Erkenntnis der beiden Sätze. Die Integration dann durchzuführen ist reine Übungssache.

    Ich danke euch fürs Lesen bis hier hin und wünsche euch besonders viel Erfolg beim Lernen, falls die Inhalte für euch relevant sind! ✨🫶
    Wie immer freue ich mich auf euer Feedback, Abos und wenn ihr die Beiträge mit Freunden teilt. Ich wünsche euch Frohe Weihnachten, schöne Feiertage und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

  • Underestimated Women – Ada Lovelace

    This article is a translation of the original article in German.

    Today I’d like to introduce you to a woman whose path in life would hardly have unfolded the way it did, if her mother hadn’t been so furious with her father. Sounds strange? Then stay tuned.

    For once, we’ll begin by first looking at the life of a very famous man, that you may have already heard of: Lord Byron is considered one of the greatest poets of the romantic era, and his short life was almost unmatched in drama and excess. There were public love affairs with married women, relationships with men, open and polyamorous partnerships, as well as illegitimate children, all of which shocked British society. Yet he was part of a progressive, free-spirited movement of young artists and intellectuals, which also included Mary and Percy Shelley (there possibly was some kind of love triangle with them as well). He spent the fateful, rainy summer of 1816 at Lake Geneva, an event that produced early versions of Mary Shelley’s ‚Frankenstein‘ and John William Polidori’s ‚The Vampyre‘, shaping the horror genre to this day.

    This gathering likely wouldn’t have happened if he hadn’t separated from his wife, Anna Byron, earlier that same year and left his daughter Augusta Ada Byron( only one month old) in her mother’s care. Another scandal at the time.

    Lord Byron

    Anna Byron was a very enlightened and educated woman who spent her life advocating for educational reforms and the abolition of slavery. The marriage to Lord Byron was doomed from the start, as it was driven by duty more than by desire for both partners, and there was no hope that Lord Byron would exchange his scandal-ridden lifestyle for the calm, contemplative life of a married man.

    Anna saw the root of his behavior partly in his deep interest for the arts and made it her mission to thoroughly drive such “nonsense” out of her young daughter Ada. In the podcast „Feminist Shelf Control“ (highly recommended if you understand German!), this approach was affectionately called “revenge pedagogy”: Anna Byron did everything she could to turn Ada into an educated scientist, which in her eyes was the best counterpoint to Lord Byron’s artistic leanings.

    Ada Lovelace

    Thanks to her privileged position, Ada was able to study immensely from a very young age and held contact with some of Britain’s most renowned scientists and thinkers of the time, such as Michael Faraday and Charles Dickens. At only 18, she began working with mathematician Charles Babbage, and together they tried to engineer an analytical engine that, in hindsight, is considered an early adaption of the modern computer. It was never actually built, sadly, but the immense influence of the work of Ada Lovelace (as she was later called after marriage) and Babbage remains. To this day, she is credited with creating the first computer program, which enabled a machine to calculate Bernoulli numbers: Values that play an important role in mathematics and physics and are difficult to compute.

    She, too, died at only 36 years old, just like her father Lord Byron. Yet her work remains groundbreaking and unforgettable, such as her vision of a machine that would not only process numbers but also encode music and poetry. It seems that a small remnant of artistic talent managed to grow within her despite her mother’s efforts to shut it down. Perhaps it was precisely this combination of art and science that made her work possible, as she may have been the first to recognize that behind the numbers and codes lies more than just mathematical application. And she would be proven right, considering that I am currently typing this text into a small computer so you can read it on your small computer.

    What remains and deserves special recognition, is the honor given to her work. Her name may not be as well-known as it should be, but unlike some other women who were erased from the history books, she was not denied the accolades her male colleagues received (such as Esther Lederberg or Jocelyn Bell Burnell), nor did she have to give up her work for the sake of her family (like Agnes Pockels or Clara Immerwahr).

    Strictly speaking, her story doesn’t quite fit this format, but it is still so fascinating, and her life so interconnected with many other major figures of her time, that I believe it’s important to tell it nonetheless.
    I thank you for taking the time to read this article and i am looking forward to your comments, likes and shares.

  • Unterschätzte Frauen – Ada Lovelace

    An English version of this article is available here.

    Ich möchte euch heute eine Frau vorstellen deren Lebensweg wohl kaum so verlaufen wäre, wie er verlaufen ist, hätte ihre Mutter nicht eine so große Wut auf ihren Vater gehabt. Klingt wild? Dann bleibt dran.

    Ausnahmsweise schauen wir uns nämlich erst kurz einen Teil des Lebens eines sehr berühmten Mannes an, von dem ihr vielleicht schon gehört habt: Lord Byron gilt als einer der größten Dichter der Romantik, dessen kurzes Leben außerdem kaum an Dramatik und Exzess zu überbieten ist: Da gab es öffentliche Liebesaffären mit verheirateten Frauen, Beziehungen mit Männern, offene und polyamore Bindungen, sowie uneheliche Kinder, die allesamt die britische Gesellschaft schockierten. Doch er war Teil einer progressiven, freigeistigen Bewegung junger Künstler und Intellektueller, zu der zB auch Mary und Percy Shelley gehörten (auch mit diesen beiden Bestand vielleicht eine Art Liebesdreieck). Er verbrachte den schicksalhaften, verregneten Sommer des Jahres 1816 am Genfer See, der am Ende frühe Versionen von Mary Shelleys Frankenstein sowie John William Polidoris The Vampyre hervorbrachte und bis heute das Horrorgenre maßgeblich prägen.
    Diese Zusammenkunft hätte es wohl so nicht gegeben, hätte er sich nicht zuvor im selben Jahr von seiner Ehefrau Anna Byron getrennt und seine nur einen Monat alte Tochter Augusta Ada Byron in der Obhut ihrer Mutter gelassen, was zur damaligen Zeit auch ein kleiner Skandal war.

    Lord Byron.

    Anna Byron war eine sehr aufgeklärte, gebildete Frau, die sich Zeit ihres Lebens für Reformen in der Bildung und die Abschaffung von Sklaverei einsetzte. Die Ehe mit Lord Byron stand von Beginn an unter keinem guten Stern, da sie für beide Partner eher Pflicht als eigener Wille war und keine Hoffnung bestand, dass Lord Byron sein Skandal-erfülltes Leben gegen das ruhige und besinnliche Eheleben tauschen würde.
    Den Grund dafür sah Anna auch in seinem großen Interesse an den Künsten und machte es sich zur Aufgabe ihrer kleinen Tochter Ada diese Flausen gründlich auszutreiben. Im Podcast Feminist Shelf Control (große Empfehlung an der Stelle) wurde diese Praxis liebevoll als ‚Revenge Pädagogik‘ bezeichnet: Anna Byron setzte Alles daran, aus Ada eine gebildete Naturwissenschaftlerin zu machen, was in ihren Augen der Gegenentwurf zu Lord Byrons künstlerischer Ader war.

    Ada Lovelace.

    Durch ihre privilegierte Position konnte Ada sehr früh sehr viel Lernen und pflegte Kontakt zu den bekanntesten britischen Wissenschaftlern und Denkern der Zeit, wie zB Michael Faraday und Charles Dickens. Mit nur 18 Jahren begann ihre Zusammenarbeit mit dem Mathematiker Charles Babbage und sie tüftelten an einer analytischen Maschine, die rückblickend als Vorläufer des Computers gilt. Wirklich gebaut wurde sie leider nie, doch der immense Einfluss der Arbeit von Ada Lovelace (wie sie später durch Heirat hieß) und Babbage bleibt bestehen. Bis heute gilt sie als Erfinderin des ersten Computer Programms, mit denen eine Maschine die Bernoulli Zahlen ausrechnen kann. Diese spielen in der Mathematik und Physik eine Rolle und sind schwierig zu berechnen.

    Auch sie stirbt mit nur 36 Jahren, genau wie ihr Vater Lord Byron. Ihr Werk bleibt jedoch bahnbrechend und unvergessen. Genau wie ihre Vision einer Maschine, die nicht nur Zahlen verarbeitet, sondern auch Musik und Poesie kodieren soll. Ein kleiner Rest an künstlerischer Ader hat es wohl doch entgegen aller Bemühungen ihrer Mutter geschafft in ihr zu wachsen. Vielleicht ist es ja grade diese Verbindung von Kunst und Wissenschaft, die ihre Arbeit ermöglicht haben. Denn sie war vielleicht die Erste, die erkannte, dass hinter den Zahlen und Codes mehr als nur die mathematische Anwendung steckt. Und sie sollte ja Recht behalten, wenn man bedenkt, dass ich diesen Text gerade in einen kleinen Computer eintippe, damit ihr ihn auf eurem kleinen Computer lesen könnt.

    Was bleibt und sehr positiv hervorzuheben ist, ist die Ehrung ihres Werkes. Zwar ist ihr Name vielleicht nicht so bekannt wie er sein sollte, doch sie wurde nicht wie manch andere Frau aus den Geschichtsbüchern radiert, ihr wurden keine Ehrungen vorenthalten die ihre männlichen Kollegen einheimsten (wie Esther Lederberg oder Jocelyn Bell Burnell) und sie musste ihre Arbeit nicht zugunsten der Familie aufgeben (wie Agnes Pockels oder Clara Immerwahr).
    Ihre Geschichte passt also strenggenommen nicht ganz in dieses Format, ist aber trotzdem so spannend und ihr Leben so vernetzt mit vielen anderen großen Namen der Zeit, dass ich es trotzdem wichtig finde, diese Geschichte zu erzählen.

    Ich danke euch vielmals für euer Interesse und freue mich auf eure Kommentare, Likes und wenn ihr diesen Beitrag teilt.

  • Mykologie – Physikerin im Pilzfieber (Teil 2)

    Es gibt wieder ein paar Updates aus meinem Abstecher in die Biologie! Im letzten Beitrag haben wir uns schon einige Grundkonzepte der Mykologie angesehen, also den Aufbau der Pilze, besonders der Hyphen und dem Hymenium, also dem Bereich in dem Sporen gebildet werden. Schaut außerdem gerne bei meinem Ko-fi Account vorbei, wenn ihr Interesse habt meine Arbeit zu unterstützen, Vielen Lieben Dank!

    Seit dem letzten Beitrag haben wir uns genau diese Bereiche und verschiedene Arten von Sporen und Cystiden zwischen den Basidien angesehen. Die sehen sich meist natürlich schon sehr ähnlich und wirken erstmal nicht super spannend, denn diese Merkmale dienen vor allem der Einordnung und Identifizierung von Pilzen. Hier seht ihr zwei Fotos eines Ockertäublings . Mit dem rosafarbenen Phloxin werden die Strukturen in der Regel gefärbt, deshalb wirken die allermeisten Bilder so rosarot. Die in den Sporen enthaltene Stärke wird in diesem Fall aber mit Lactophenol angefärbt, um sie besser sichtbar zu machen.

    Gruppe von Basidien (die gehörnten Zellen). Die Sporen sind nicht so gut sichtbar.
    Die angefärbten Sporen sind hier gut sichtbar.

    Für die Täublinge sind die ornamentierten Sporen und Gloeocystiden charakteristisch (letztere sind in meinem Präparat leider nicht gut sichtbar). Täublinge und Milchlinge bilden die Gruppe der Sprödblättler, also Lamellenpilze die nicht den typisch fleischigen, faserigen Fruchtkörper haben, den wir zB vom Champignon kennen. Der Fruchtkörper ist stattdessen eher spröde und hart, daher auch der Name. Doch auch die Faserblättler, also die typischen Pilze die wir im Kopf haben wenn wir an Pilze denken, haben wir uns angesehen. Hier gibt es die Gruppen der Champignonartigen, die Braun- und Rosa-Sporer sowie die Ritterlingsartigen. Letztere zeichnen sich durch verschiedene Cystiden an verschiedenen Orten des Fruchtkörpers. An der Unterseite der Lamellen befinden sich die Cheilocystiden, die ihr hier seht:

    Cheilocystiden eines Saitenstieligen Knoblauchschwindlings

    Wir haben uns ebenso die Röhrlingsverwandten (also die Steinpilzverwandten) und Erdwarzenpilze, die oft Poren bilden, angesehen. Beide zeichnen sich hier durch charakteristische Färbung des Fruchtkörpers durch spezielle Chemikalien aus. Steinpilze und deren Verwandte sind meist leuchtend gelb-orange, olive oder rot gefärbt, während die Erdwarzenpilze eher dunkelbraun sind. Ein Unterschied ist der Aufbau des Fruchtkörpers: Röhren sind separierbar und haben weiches Fruchtfleisch. Dadurch haben diese auch eine sehr kurze Lebensspanne von wenigen Wochen bis Monaten. Das dürfte Pilzsammlern von den Steinpilzen bekannt vorkommen! Die sind sehr kurzlebig und man braucht manchmal etwas Glück. Poren sind allerdings miteinander verbunden und können nicht separiert werden. Deshalb sind die Fruchtkörper von Porlingen wesentlich stabiler und langlebiger als die der Röhrlinge. Die wachsen oft als Holzzersetzer an Bäumen.

    Der typische Steinpilz: Gelb-orange Farbe, weiches von Röhren durchzogenes Fruchtfleisch. Kurzlebig und mit Bäumen vergesellschaftet (Quelle)
    Erdwarzenpilze haben eine dunkle Farbe, haben stabile Poren und können als langlebige Fruchtkörper an Bäumen wachsen und bauen oft deren Holz ab. (Quelle)

    Besonders spannend fand ich hier den sogenannten Kahlen Krempling. Dieser galt lange Zeit als essbar und ist das auch heute noch für die meisten Menschen. Doch einige Leute bilden nach mehrmaligen Verzehr eine extreme Abwehrreaktion, die sogar tödlich verlaufen kann. Wer betroffen ist und warum einige Menschen den Pilz problemlos essen können ist nicht zu 100% geklärt. Ihr solltet aber im jedem Fall die Finger davon lassen!

    Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen. Falls ja, seid so lieb und teilt ihn, liked ihn oder lasst ein Abo da, dadurch seid ihr eine große Unterstützung für dieses kleine Projekt. Vielen Dank ❤

  • Tattoos – Eternal colour?

    The following blog post is a translation of this original in German

    Approximately 20% of all Germans have at least one tattoo, and among people under 30, it’s even 47%, so almost half of the people. So, the likelihood that you, dear readers, are tattooed yourselves is high. Have you ever wondered what happens to the ink under your skin? It’s clear that during the tattooing process, pigment particles are injected into the skin by using a needle. The body quickly recognizes these pigments as foreign bodies, and the immune system is activated. The smaller pigment particles can be transported and excerted, for example, into the lymph nodes. These lymph nodes can actually become discolored if a person has many tattoos near those lymph nodes, for example, on their upper arm. I don’t want to include photos of this here, out of consideration for those who prefer to avoid images from pathology, but they can easily be found via image search. It is unclear whether these pigment deposits affect the function of the lymph nodes, as the research on this is not definitive. Anyone who has tattoos knows from personal experience that shortly after getting tattooed, during the healing process, a noticeable amount of the ink is broken down by the body. This is partly due to the already mentioned transport of pigment via the lymphatic system, and also because the ink does not stay in the epidermis, the outermost skin layer, which constantly renews itself. However, the rest of the pigment remains under the skin, almost for a lifetime! But how does that work?

    The immune system sends macrophages, which are large „eating“ cells, to deal with the larger particles. These macrophages are able to absorb them, but they can only poorly digest and transport them. So, the macrophages remain in place with the pigment until they die, prompting new macrophages to take over and absorb the remains of the old macrophages along with the pigment particles. This cycle continues for a lifetime. However, even large particles will gradually become smaller or can be transported away. They then follow the same path through the lymphatic system, where they are partially stored or excerted. Essentially, it is inevitable that tattoos will fade and blur over the course of life. In the following photo, you can see a macrophage with absorbed pigment particles:

    Green colour pigments inside of a macrophage

    But lifestyle also plays a role: The UV component of sunlight for example, is very high in energy and has the ability to break down pigments, which makes it easier for them to be transported away. Tattoo removal using lasers works according to the same principle. Sunscreen is therefore important not only to protect the skin from UV radiation: Your tattoos will also thank you and last much longer.
    Are you tattooed yourselves? Feel free to let me know. I personally have 9 tattoos, and I am very confident that many more will follow 😀

    Pls be so kind to like, share and maybe even follow this blog for more science content. I am currently working on translating the articles that exist so far, beginning with the most popular ones.

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