Einige von euch wissen es schon: In diesem Semester mache ich einen Abstecher in die Biologie und besuche den Kurs Ökologie sowie den Grundkurs Pilze. Das kommt daher, dass besonders im Masterstudium wert darauf gelegt wird, den Horizont zu erweitern und sich auch mit (in meinem Fall) nicht-physikalischen Fächern zu beschäftigen. Diese Wahl fiel mir tatsächlich leicht, denn mein Interesse für beide Themen ist groß und der Professor der beide Veranstaltungen hält genießt einen sehr guten Ruf. Ich möchte euch hier in nächster Zeit immer mal wieder Updates geben, was ich vor Allem im Grundkurs Pilze gelernt habe, denn das Thema ist extrem faszinierend! Um den Kurs zu besuchen habe ich ein paar Basics an Mikroskopierbedarf besorgt. Falls euch meine Beiträge gefallen und ihr mich gerne dabei unterstützen möchtet, schaut doch gerne bei meinem Ko-fi Account vorbei, einer digitalen Kaffeekasse. Dadurch helft ihr mir Besorgungen wie zB für diesen Kurs machen zu können. Vielen Lieben Dank dafür!
Momentan befinden wir uns noch im Beginn des Semesters und haben uns eher allgemein dem Thema genähert. So gehören Pilze neben Tieren und Pflanzen zu den drei großen Gruppen der Lebewesen. Mit groß ist hier zum Teil tatsächlich Größe aber auch Komplexität gemeint, denn auch Bakterien sind natürlich Lebewesen, unterscheiden sich aber nochmal wesentlich von den drei genannten Gruppen. Und hier wartete direkt ein erster interessanter Fakt: Tatsächlich sind sich Pilze und Tiere ähnlicher, als jeweils den Pflanzen. So ähneln sich zum Beispiel Stoffwechsel und Fortpflanzung auf einer gewissen Ebene bei Tieren und Pilzen mehr als jeweils den Pflanzen.
In der ersten Woche haben wir uns dann Champignons angeschaut, um mit dem Mikroskopieren warm zu werden. Die anderen Studis hatten bis jetzt vor Allem Pflanzen untersucht, eine Pilzzelle ist jedoch um ein Vielfaches kleiner als eine Pflanzenzelle und erfordert so zB den Einsatz einer 1000x Vergrößerung inklusive Immersionsöl, welches die Leistung des Mikroskops verbessert. Die Strukturen, die wir betrachten, befinden sich also im Mikrometer-Bereich (eine Übersicht der wissenschaftlichen Größenverhältnisse findet ihr hier).
Ich habe leider versäumt selbst Fotos der Champignon-Hyphen zu machen, deshalb habe ich euch eine Zeichnung herausgesucht, die das Prinzip verdeutlicht. Das was wir als Pilz wahrnehmen ist der „nur“ der Fruchtkörper, also ein kleiner Teil des ganzen Lebewesens. Der ganze Pilz besteht im wesentlichen aus sogenannten Hyphen, also fadenförmigen Zellen. Alle Hyphen zusammen bilden das Mycelium:

Diese ziehen sich durch den meist im Boden liegenden Teil und die Fruchtkörper des Pilzes.
In der zweiten Woche haben wir uns die Basidiomyceten angeschaut, also die Pilze, welche ihre Sporen in Basidien bilden. Circa 30% aller bekannten Pilze gehören dazu, darunter viele Speisepilze. Die Schicht in der die Pilze die Sporen bilden heißt Hymenium. Dort enden die fadenförmigen Hyphen und den bereits erwähnten Basidien. Diese haben 4 Zacken, die Sterigmata, an deren Enden Sporen wachsen und freigegeben werden. Hier seht ihr den Aufbau schematisch:

Wir haben uns den Eichen-Zystidienrindenpilz angeschaut. Die Zystiden seht ihr auch eingezeichnet im Schema, diese werden wir uns aber erst später im Kurs genauer anschauen. Um uns diese Struktur genauer anzusehen, machen wir einen hauchdünnen Schnitt und präparieren in mit KOH Lösung. Anschließend wird mit Phloxin gefärbt, damit die Strukturen überhaupt sichtbar werden. Unter dem Mikroskop sieht das dann so aus:

Das dichte Geflecht aus Hyphen und Cystiden, die das Hymenium bilden ist kaum optisch entwirrbar. In rot habe ich euch jeweils drei Basidien markiert, an deren Enden ihr sehr schön die Sterigmata sehen könnt (weil die Zelle dreidimensional ist, kann man nicht immer alle vier sehen). Sporen waren hier leider nicht sichtbar, das ist schade aber gehört natürlich dazu, wenn man praktisch wissenschaftlich arbeitet: Die Realität ist selten so schön wie ein Schema.
Ich freue mich schon darauf, den Kurs fortzuführen und euch zu berichten! Stellt mir gerne eure Fragen und schickt Themenvorschläge für zukünftige Beiträge. Ich würde mich außerdem sehr über ein Abo von euch freuen. Abonnieren, Teilen und Liken sind der beste Weg für euch, mich mit diesem Projekt zu unterstützen und ich bin super dankbar für eurer Interesse ❤















